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Mittwoch, 12. August 2020

komische Zeichen in einem Bericht bei Reports 12c

Hallo,

mir ist wieder etwas Komisches passiert. Dabei habe ich nur einfache Änderungen an einem bestehenden Report eines Bestandskunden gemacht. Das Ergebnis war nicht gut und ist hier als Vorher und Nachher-Bild zu sehen.




Die Rahmenbedingungen bei dem Setup sind:

  • Entwicklungsplattform ist Windows
  • Zielsystem ist Linux
  • Reports Version ist 12.2.1.2.0
  • Zeichensatz ist ein GERMAN_GERMANY.WE8MSWIN1252
Noch etwas zum Schmunzeln: Wenn man diesen Report auf einem Windows-System aufruft, wird alles korrekt dargestellt.

Öffnet man die PDF-Ausgabe von dem Bericht, sieht man, dass sich dort eine Schriftart Symbol eingenistet hat. Dabei soll die alleinige Schrift Times New Roman sein.


Nach einer Suche im MyOracleSupport habe ich die passende Notiz dazu gefunden, DocID 300416.1: Symbol Characters ("Greek") Instead Of Expected Characters Are Displayed in Reports or Reports Parameter Form (Doc ID 300416.1). Grund dafür ist ein Bug: Bug 2906401 FONT ALIASING NOT WORKING FOR ALL FIELDS WITH WE8ISO8859P15 CHARACTERSET

Die empfohlenen Lösungen sind mit einer kompletten Umkonfiguration der Fonts in Reports verbunden.

Das ging aus diversen Gründen im Moment bei dem Kunden nicht und wir haben eine andere Lösung gefunden.

Die Reports werden in das Textformat konvertiert und in dem Text werden alle Textstellen mit charset =178 nach charset =31 geändert und das File wieder in das RDF-Format zurück konvertiert. Das hilft auch, ist aber natürlich im Prinzip bei jeder Anpassung nun zu tun.

Vielleicht kann das ja hier nun jemand noch gebrauchen und sucht dann nicht so lange.

Ciao
Holger




Donnerstag, 18. Juni 2020

Forms-Applikation via Webstart bzw. JNLP im Microsoft Edge Browser direkt starten

Heute habe ich eine sehr interessante Frage im Oracle-Forms Forum gesehen. Jemand wollte seine Forms-Applikation im Microsoft Edge-Browser direkt aufrufen.

Bisher dachte ich, so nicht möglich, weil das eigentlich nicht gehen sollte. Applets werden von den neueren Browsern sowieso geblockt. Der Ersteller wollte die Applikation auch nicht per FSAL starten, sondern Webstart und JNLP verwenden.

Mit Webstart und HTTP-Protokoll geht das nur mit einem Zwischenschritt, indem mal das JNLP-File auf dem Client abspeichern und dann per Doppelklick starten kann.







Ein Schritt zuviel dachte der Anwender zu Recht. Die Lösung fand derjenige selbst, indem man einfach das Aufrufprotokoll im Browser ändert. Von HTTP zu JNLP und nach einem Klick auf Öffnen wird die Applikation direkt gestartet. Es kann aber gut sein, dass dann auf dem Client die Dateiendung JNLP mit dem Programm Java Web Launcher verknüpft sein muss.





Ich nehme stark an, dass das mit neueren JDK Versionen nicht mehr funktionieren wird. Bereits in JDK 11 ist Java Web Start nicht mehr enthalten. Also sicher ein Wechsel zu FSAL nötig. Das wird meiner Meinung nach auch die bislang einzige supportete Aufrufmöglichkeit werden.

Das Verfahren mit JNLP als Protokoll im Aufruf klappt übrigens auch in Google Chrome und Internet Explorer.


Cheers


Freitag, 13. Dezember 2019

Oracle Forms 12c in der Cloud provisionieren

Lange ist mein letzter Blog Post her und kurz vor Weihnachten muss noch etwas Neues her dachte ich mir. Vor 1 Woche war ich bei Oracle in der Geschäftsstelle München zu Besuch für einen 2-tägigen Workshop Oracle Cloud Native. Da haben wir verschiedene Cloud Services kennen gelernt und in Hands On Labs für verschiedene Demos benutzt. Dabei gab es als Goodie auch einen 30 tägigen Oracle Cloud Demo Account mit einiges Credits oben drauf.

Darauf habe ich schon länger gewartet, weil ich doch Oracle Forms 12c in der Cloud mal ausprobieren wollte. In der Theorie lautet die Ansage: in 15 Minuten ist alles lauffähig. Ich kann getrost sagen, das ist wahr. Es hat zwar mehrere Versuche gebraucht, aber dann war der Erfolg da.

Wie man das in einem Basic Setup hin bekommt, möchte ich heute demonstrieren. Los geht es mit einem Oracle Cloud Marketplace Image für Forms, welches man hier bekommt.

Mittels Button "Get App" wird mal zur Auswahl einer Region weitergeleitet. In meinem Fall wird dies die Region Frankfurt.


Nach erfolgreichem "Sign In" lande ich in der Cloud Console und mache weitere Angaben zum Sizing, Netzwerk Konfiguration, Compartment und anderen Dingen.
Achtung: für das Image gilt: Bring Your Own License




Mit "Launch Instance" geht es in die Detail Konfiguration. Für den Connect zu der neuen Instanz brauchen wir einen Public SSH Key.





Mit einem Klick auf "Create" am Ende der Seite wird die Instanz nun erzeugt.


Nachdem die Instanz erstellt wurde, geht es mit der Konfiguration der Weblogic Domäne weiter. Dazu muss man sich mit der Instanz verbinden:

ssh -i ..\workshop_key_private.ssh opc@public_ip_der_instanz


Wichtig: bei den folgenden Passwörtern hat die Eingabe mit Sonderzeichen nicht funktioniert, sondern nur eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben.


Danach wird die Forms Weblogic Domäne konfiguriert und erstellt, was bis zu 15 Minuten dauern kann. Reports ist nicht vorkonfiguriert. Dafür muss man dann die Weblogic Domäne erweitern und danach alles entsprechend konfigurieren.


Nach weniger als 10 Minuten in meinem Fall ist die Provisionierung fertig und als nächstes verbinde ich mich mit Putty zu der Instanz und starte dort den VNC-Server (MyOracleSupport Note 2456478.1).

Vom Client starte ich den VNC-Viewer und komme auf das Linux der Instanz.



Vom Client Browser kann ich nun die Forms Test-Seite aufrufen.

Vom VNC Desktop oder dem lokalen Client kann ich den FSAL aufrufen. Erstmal FSAL lokal herunterladen mit http://localhost:9001/forms/html/fsal.htm


Von der Konsole dann starten: java -jar frmsal.jar -url "http://localhost:9001/forms/frmservlet?config=standaloneapp" -t 10000 -showConfig true



Damit ist die Grundinstallation abgeschlossen und die Testseite von Forms läuft erfolgreich. Und das alles in knapp 15 Minuten.

Für Reports und die Konfiguration der eigenen Applikationen benötigt es natürlich noch weitere Zeit. Aber das bekommt man sicherlich auch noch hin. Besonders kompliziert war das Ganze nicht und bis auf die Eigenheiten bei den Passwörtern auch recht intuitiv.

Nachtrag:
Um sich mit WinSCP auf die Maschine zu verbinden, sei folgender Link sehr empfohlen:
http://sharabinth.blogspot.com/2017/10/configure-winscp-to-use-sftp-with.html

Das hat sofort funktioniert.

Viel Freude beim Ausprobieren wünscht
Holger

Samstag, 20. Oktober 2018

Forms 12c und Gerüchte zur Cloud

Noch knapp 1 Monat ist es bis zur DOAG Hauptkonferenz in Nürnberg. Erwartet werden wieder mehr als 2000 Besucher bei der Veranstaltung.

Vorher ist noch kommende Woche die noch größere OOW in den USA. Dort und in Nürnberg gibt es wieder Vorträge zu Oracle Forms 12. Nach einigen Gerüchten kann man nichts Spektakuläres Neues erwarten, aber einige Gerüchte wurden vorher gestreut.

Es soll möglich sein, Forms mit dem Oracle Developer Cloud Service (DEVCS) in der Oracle Cloud laufen zu lassen. Und das vielleicht auch endlich mit dem nötigen Support vom Hersteller selbst. Dafür gibt es dieses Jahr auch nicht den üblichen jährlichen Forms 12 Patch und man konnte dafür das erste Mal etwas von Forms 19 hören.

Forms 19  mit Window Tile: ... Oracle Cloud @Quelle Michael Ferrante
Es bleibt spannend und ich hoffe, wir sehen uns in Nürnberg.

Nachtrag 26.10.2018 nach der OOW:
Die Katze ist aus dem Sack, die Folien von Michael sind online: Folgerung eine Kombination aus FADS (Oracle Forms Application Deployment Services) und dem DCS od. DevCS (Developer Cloud Service). Das FADS dafür vorgesehen war kam schon direkt bei der Vorstellung als Neuerung hervor.

Viele Grüße
Holger

Freitag, 11. Mai 2018

Forms 12c, Reports und Weblogic in Docker - diesmal mit Windows 10

Heute möchte ich meine Reihe mit der Oracle Middleware und Docker fortsetzen. Doch diesmal wähle ich Windows 10 Professional als Host aus, denn dafür ist Docker mittlerweile auch verfügbar.

Wichtig ist, nach der Installation von Docker im Menü auf die Linux Container zu wechseln, statt mit den Windows Containern zu arbeiten.


Wenn das kleine Walfisch-Icon (Docker) dann weiß ist und sich nicht mehr bewegt, ist Docker erfolgreich gestartet.





Zusätzlich kann man auch in der DOS-Box fragen, ob der Befehl docker nun verfügbar ist.


Am Anfang des Probierens habe ich mich gefragt, wie komme ich denn nun beim Weblogic Docker Images gebaut, welches normalerweise mit

sh buildDockerImage.sh -v 12.2.1.3 gestartet wird. Klassische Linux Befehle in einer Windows DOS-Box wie soll das gehen? Im Endeffekt gar nicht, denn ich habe die Docker Images von Linux exportiert und dann im Anschluß in Windows importiert. Das geht so:

## auf Linux:
docker save  -o /mnt/hgfs/D/formsreports12.2.1.3.tar localhost/oracle/myformsreports:12.2.1.3

## auf Windows:
docker load --input D:/formsreports12.2.1.3.tar
und ein docker images zeigt sie dann auch erfolgreich an.


Die nächste Transformation fand in den Environment-Variablen statt:
## auf Linux:
  export DC_ORCL_PORT=1521
  export DC_ORCL_OEM_PORT=5500
  export DC_ORCL_SID=frdb
  export DC_ORCL_PDB=frpdb
  export DC_ORCL_SYSPWD=Oracle12c
  export DC_ORCL_HOST=${DC_HOSTNAME}

## auf Windows:
 SET DC_DESIRED_HOSTNAME=myformsserver
 SET DC_ORCL_PORT=1521
 SET DC_ORCL_OEM_PORT=5500
 SET DC_ORCL_APEX_PORT=8080
 SET DC_ORCL_SID=ORCLCDB
 SET DC_ORCL_PDB=ORCLPDB1
 SET DC_ORCL_SYSPWD=oracle
 SET DC_ORCL_HOST=%DC_DESIRED_HOSTNAME%

zusätzlich habe ich mir einen festen Hostnamen ausgedacht, der auch in den Properties konfiguriert ist. In dem Zusammenhang sei gesagt, dass das Mounten von Volumes auf Windows mit dem späteren Docker Container nicht funktioniert hat, was sicherlich an irgendwelchen Rechten liegt. So werden also im Gegensatz zum Linux Host die späteren Domain-Informationen alle innerhalb des Docker Containers gespeichert. Dies ist natürlich vom Zugriff her nicht so komfortabel wie auf dem Linux Host, wo er Volume-Mount keine Probleme gemacht hat.

Im File für docker-compose habe ich auch einige Anpassungen vorgenommen, dort wird z.B. auch direkt der Hostname des neuen Containers auf den gewählten aus dem Properties-File gesetzt und ich habe noch einige weitere Environment-Variablen erzeugt, die später den Umgang mit der Domäne etwas vereinfachen.

Hier der Inhalt meines docker-compose Files:
version: "3.0"

services:
  #
  #  The Oracle DB Definition
  #
  frdb:
    image: oracle/database:12.1.0.2-ee
    network_mode: "bridge"
    ports:
      - "${DC_ORCL_PORT}:1521"
      - "${DC_ORCL_OEM_PORT}:5500"
      - "${DC_ORCL_APEX_PORT}:8080"
    environment:
      - ORACLE_SID=${DC_ORCL_SID}
      - ORACLE_PDB=${DC_ORCL_PDB}
      - ORACLE_PWD=${DC_ORCL_SYSPWD}
    container_name: frdb

  #
  #   The Forms & Reports Servers
  #   
  myfrfmw:
    image: ${DC_REGISTRY_FR}/oracle/${DC_FR_PREFIX}formsreports:${DC_FR_VERSION}
    hostname: ${DC_DESIRED_HOSTNAME}
    network_mode: "bridge"
    container_name: myfrfmw
    command: /bin/bash -c "sleep 5s; /opt/oracle/dockertools/crDomain.sh"
    ports:
      - "${DC_ADMINPORT}:${DC_ADMINPORT}"
      - "${DC_FORMS12C_MS_PORT}:${DC_FORMS12C_MS_PORT}"
      - "${DC_REPORTS12C_MS_PORT}:${DC_REPORTS12C_MS_PORT}"
      - "${DC_OHS_LISTENPORT}:${DC_OHS_LISTENPORT}"
      - "${DC_NM_PORT}:${DC_NM_PORT}"
    environment:
      - SCRIPT_HOME=${DC_SCRIPT_HOME}
      - INT_ORACLE_HOME=${DC_INT_ORACLE_HOME}
      - WL_HOME=${DC_WL_HOME}
      - WLST_HOME=${DC_WLST_HOME}
      - MW=${DC_MW}
      - DOMAIN_BASE=${DC_DOMAIN_BASE}
      - APPLICATION_BASE=${DC_APPLICATION_BASE}
      - APP_VZ=${DC_APP_VZ}
      - FORMS12C=${DC_FORMS12C}
      - FADS12C=${DC_FADS12C}
      - REPORTS12C=${DC_REPORTS12C}
      - WEBTIER12C=${DC_WEBTIER12C}
      - OHS_COMPONENTNAME=${DC_OHS_COMPONENTNAME}
      - OHS_LISTENPORT=${DC_OHS_LISTENPORT}
      - OHS_SSLPORT=${DC_OHS_SSLPORT}
      - TEMPLATE=${DC_TEMPLATE}
      - DOMAIN_NAME=${DC_DOMAIN_NAME}
      - AS_NAME=${DC_AS_NAME}
      - ADM_USER=${DC_ADM_USER}
      - ADM_PWD=${DC_ADM_PWD}
      - ADMINPORT=${DC_ADMINPORT}
      - ADMINPORTSSL=${DC_ADMINPORTSSL}
      - AS_HOST=${DC_AS_HOST}
      - FORMS_MS_NAME=${DC_FORMS_MS_NAME}
      - FORMS12C_MS_PORT=${DC_FORMS12C_MS_PORT}
      - REPORTS_MS_NAME=${DC_REPORTS_MS_NAME}
      - REPORTS12C_MS_PORT=${DC_REPORTS12C_MS_PORT}
      - REPORTS_IN_FORMS=${DC_REPORTS_IN_FORMS}
      - REP_SERVER=${DC_REP_SERVER}
      - REP_SERVER_NAME=${DC_REP_SERVER_NAME}
      - REP_TOOLS_NAME=${DC_REP_TOOLS_NAME}     
      - NM_LISTENADDRESS=${DC_NM_LISTENADDRESS}
      - NM_TYPE=${DC_NM_TYPE}
      - NM_PORT=${DC_NM_PORT}
      - NM_USERNAME=${DC_NM_USERNAME}
      - NM_PWD=${DC_NM_PWD}
      - DBUSER=${DC_DBUSER}
      - DBPWD=${DC_DBPWD}
      - DBROLE=${DC_DBROLE}
      - COMPONENTPWD=${DC_COMPONENTPWD}
      - SCHEMA_PREFIX=${DC_SCHEMA_PREFIX}
      - DB_HOST=${DC_DB_HOST}
      - DB_PORT=${DC_DB_PORT}
      - DB_SERVICE=${DC_DB_SERVICE}
      - DB_OMF=${DC_DB_OMF}
      - DB_USER_PW=${DC_DB_USER_PW}
      - PWDFILE=${DC_PWDFILE}
      - TNS_ADMIN=${DC_DOMAIN_BASE}/${DC_DOMAIN_NAME}/config/fmwconfig
      - FORMS_INSTANCE=${DC_DOMAIN_BASE}/${DC_DOMAIN_NAME}/config/fmwconfig/components/FORMS/instances/forms1/bin  
      - FORMS_WEBCFG=${DC_DOMAIN_BASE}/${DC_DOMAIN_NAME}/config/fmwconfig/servers/WLS_FORMS/applications/formsapp_12.2.1/config
      - DOMAIN_DIR=${DC_DOMAIN_BASE}/${DC_DOMAIN_NAME}
      - DOMAIN_DIR_BIN=${DC_DOMAIN_BASE}/${DC_DOMAIN_NAME}/bin  
      - NLS_LANG=AMERICAN_AMERICA.AL32UTF8      
      - FORMS_WEBUTIL=${DC_DOMAIN_BASE}/${DC_DOMAIN_NAME}/config/fmwconfig/components/FORMS/instances/forms1/server   

Gestartet wird zunächst wieder einmal die Datenbank-Instanz, die als Repository dienen soll und im Anschluß dann der Weblogic-Server, der zunächst automatisch die Forms/Reports-Domäne erzeugt.

docker-compose -f myfrfmw-docker-compose.yml up -d myfrfmw
docker logs myfrfmw -f

Alles in allem nicht wirklich schwer das Prozedere und mit etwas Transfer-Arbeit verbunden. Natürlich gut und hilfreich, dass Docker den Ex- und Import von Images anbietet; auch plattformübergreifend.

Bis bald
Holger

Dienstag, 1. Mai 2018

Form Builder aus Docker auf Windows Host öffnen

Im letzten Post habe ich beschrieben, wie man Forms und Reports per Docker auf einem Linux Host installiert. Dies habe ich mittlerweile auch auf einem Windows Host gemacht, auf dem dann auch Docker installiert ist. Docker läuft momentan nur auf Windows-basierten System mit Windows Server und Windows 10.

Möchte man nun den Form Builder aus diesem Docker Container zum Laufen bringen, ist das nicht ganz so einfach und wird mit einer Fehlermeldung quittiert.


Es ist einfach noch kein X-Window-Server eingerichtet. Dafür habe ich auf dem Windows Host dann den XMing Server installiert, der dafür bestens geeignet ist.

Ebenfalls ist es nötig, dass der X-Server auch benutzt werden darf, sprich das sich Clients auch connecten können. Daher hat mein Windows auf noch eine Cywgin Installation bekommen.

In Cygwin setze ich die DISPLAY Variable wie folgt und gestatte per Xhost den Connect.


Ist dies erledigt, kann es im Docker Container weitergehen. Dort setze ich auch die DISPLAY Variable entsprechend und dann geht der Start des Form Builder auch schon.


Recht einfach, wenn man weiß wie das alles zusammenspielen muß. Anstelle das xhost Befehls kann man das sicher noch optimieren.

Als nächstes folgt hoffentlich bald die Beschreibung der Docker Einrichtung mit Forms/Reports auf Windows.

Bis bald
Holger

Dienstag, 13. Februar 2018

verlängerter Lifetime Support für Forms 12c nun bis 2022

Gestern Abend kam per Twitter eine hoffnungsvolle Botschaft von Oracle in Form von Product Manager Michael Ferrante:

verlängerter Lifetime Support für die Fusion Middleware 12.2, insbesondere Forms 12c nun bis 2022 statt 2020. Extended Support sogar bis 2025, auch gültig für Reports 12c.


Quelle: Oracle

Also noch etwas mehr Zeit um hoffentlich noch spannende und zukunftsträchtige Features zu implementieren.

Freitag, 8. Dezember 2017

Forms 12c, Reports und Weblogic in Docker - nun wirklich lauffähig

Heute möchte ich beschreiben, wie man Forms 12c, Reports und Weblogic in Docker zum Laufen bringt. Das war schon länger ein Wunsch von mir und Dirk Nachbar (http://dirknachbar.blogspot.de) hat dafür großartige Vorarbeit geleistet, unterstützt von Robert Crames (http://robertcrames.blogspot.ch) und Jan-Peter Timmermann (https://jan-peter.me).

Warum denn Docker wird man sich vielleicht fragen? Die einfache Antwort lautet: weil Docker toll ist und man nicht immer wieder eine neue VM mit Forms aufzusetzen braucht. Außerdem sind automatisierte Builds und das Bereitstellen einer Umgebung ohne viele manuelle Aktivitäten einfach besser.

Mein Setup sieht so aus:
  • Laptop mit Windows 7
  • darauf eine VM mit Ubuntu 17.10
  • und in Ubuntu läuft Docker
Die Ubuntu-Maschine und der WLS-Docker Container teilen sich Verzeichnisse, in denen die erstelle WLS-Domäne liegt. So kann direkt von Ubuntu aus die Domäne verändert und konfiguriert werden. Ein paar weitere Vorarbeiten sind noch zu leisten, wie z.B. User oracle und Gruppe oinstall anzulegen. Auf meinem Ubuntu mußten noch die Versionen von docker und docker-compose upgegradet werden, denn die aktuellen Versionen aus dem Software-Repository waren nicht mehr ganz aktuell.


Die Installationsschritte sind im Prinzip genau wie bei einer Installation von Forms/Weblogic auf einem Host. Man braucht im Einzelnen:
  • eine Datenbank für das Repository (entweder Docker oder Host)
  • einen Weblogic im Docker
  • eine Repository Installation
  • eine Forms/Reports Weblogic Domäne

Hier für dieses Beispiel habe ich alles in 2 Docker-Images installiert und bin der Anleitung von Dirk aus seinem Github gefolgt.

1. Aufbau des Datenbank Images (gefordert wird eine Standard oder eine Enterprise Installation für das Repository)
Hierfür habe ich einen Git Clone des offiziellen Oracle Docker Githubs gemacht und mittels ./buildDockerImage.sh -v 12.2.0.1 -e ein Image der Enterprise Edition gebaut.


Nach dem erfolgreichen Erstellen wird dieses Image z.B. hiermit gestartet:
docker run --name oracle12-ee -p 1521:1521 -p 5500:5500 -p 8080:8080 -e ORACLE_PWD=neuesPasswort -v /opt/oracle/oradata:/u01/app/oracle/oradata oracle/database:12.2.0.1-ee

2. Aufbau des Weblogic Images
Dieser Teil beginnt mit dem Git Clone von Dirks Github Repository und hat mehrere Schritte.
Zuerst erfolgt der Build des OracleLinux:latest mit dem Oracle JDK 8u151. Dafür muss man das JDK 8u151 tar.gz in den Ordner OracleJava/java-8 legen und ein
./buildDockerImage.sh machen.

Danach gibt es ein oracle/serverjdk Image. Anschauen kann man sich die vorhandenen Images mit dem Command: docker images


Nun wechselt man ins Verzeichnis OracleFMWInfrastructure/dockerfiles und erstellt ein Weblogic Abbild. Dafür muss man vorher noch bei Oracle die entsprechende Weblogic-Zip-Datei fmw_12.2.1.3.0_infrastructure_Disk1_1of1.zip herunterladen und in OracleFMWInfrastructure/dockerfiles/12.2.1.3 ablegen.
Mit ./buildDockerImage.sh -v 12.2.1.3 wird der Build gestartet und am Ende kommt ein Oracle WebLogic Server Infrastructure 12.2.1.3.0 heraus.


Letzter Abschnitt ist das Erweitern des WLS-Infrastructure Images mit den Forms und Reports Sourcen (Wechsel ins Verzeichnis OracleFormsReports/dockerfiles und Ablage der Installations-Dateien fmw_12.2.1.3.0_fr_linux64.bin und fmw_12.2.1.3.0_fr_linux64-2.zip im Unterordner OracleFormsReports/dockerfiles/12.2.1.3. Mit ./buildDockerImage.sh -v 12.2.1.3 wird der Image-Build gestartet.


Am Ende hat man dann ein Image localhost/oracle/formsreports TAG: 12.2.1.3

3. Jetzt geht es ans Konfigurieren der Domain. Dafür hat Dirk im Verzeichnis OracleFormsReports/samples eine Konfigurationsdatei setenv.sh vorbereitet, die die nötigen Umgebungsvariablen setzt (hier ein Auszug).

Diese Datei muss entsprechend angepasst werden; sehr wichtig sind die Eintragungen im #Repository Connect für den Connect des RCU gegen diese Datenbank. Da bin ich zuerst in eine Falle gelaufen und habe für DC_DB_HOST die falsche IP angegeben, dann hat die Erstellung der Domain nicht funktioniert.
Mit ifconfig auf dem Docker Host gibt es ein Netzwerk namens docker0 und unter der inet stehen sollte eine IP stehen. Diese ist die richtige für den DB Container.

Nun kann mit dem Erzeugen der WLS-Domäne und Start des Admin-Servers begonnen werden (vorher sollte die DB aber gestartet sein). Die Variablen aus setenv.sh werden gemerkt, exportiert und vom docker-compose genutzt.

source ../setenv.sh
docker-compose up -d frfmw; docker logs frfmw -f

Wenn man Ende ein <BEA-000365> <Server state changed to RUNNING.>
steht, ist alles gut verlaufen.

Nun kann im Browser der Enterprise Manager mit der URL http://localhost:7001/em aufgerufen werden.

Hierin können nun die Managed Server MS_FORMS und MS_REPORTS gestartet werden.


Wenn man dann auch noch von der Ubuntu-VM die Ports entsprechend forwarded, kann man im Client im Browser auch die Forms-Testseite aufrufen:
http://localhost:9001/forms/frmservlet


Was kann man noch machen?

Einen zuvor erstellten Reports-Server starten

Da die Konfigurationsdateien der Domain alle in einem Verzeichnis auf dem Docker Host zugänglich sind, kann man sie dort auch bequem bearbeiten und die Änderungen sind persistiert (z.B. default.env, formsweb.cfg, rwserver.conf, httpd.conf und andere).

Man kann auch das neue FADS mit dem Forms 12.2.1.3.0 nutzen, siehe dazu auch ins readme-File von Dirk.

Tja was soll ich sagen, ich bin erstmal sehr begeistert von dieser Variante. Denn nach einem Neustart des Ubuntus kann man die Datenbank und den WLS Admin Server mit 2 einzelnen docker Befehlen wieder starten und die Umgebung ist wieder da. Hier ist es auch von Vorteil, dass die o.g. Herren die ganze Domänen-Erstellung gescriptet haben und man ohne GUI auskommt. Von Oracle gibt es dafür bislang keinen Support, was nicht heißt, dass man es nicht trotzdem machen und versuchen soll.

Viele Grüße
Holger